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Relegation: Axthammer Traumtore sichern SV Seeon-Seebruck den Klassenerhalt in der Kreisliga

SV Seeon/Seebruck bezwingt Riedering mit 2:1 – Last-Minute-Treffer per Fallrückzieher

Prien. Mit einem spektakulären Fallrückzieher beendete á la Klaus Fischer beendete Daniel Axthammer für den SV Seeon/Seebruck die Kreisliga-Relegation. Sein Tor in der 89. Minute sicherte seiner Elf den Klassenerhalt in einem dramatischen Spiel gegen den Kreisklassisten SV Riedering, der sich als gleichwertiger Gegner präsentierte. „Wir haben eine spektakuläre Relegation gespielt, dass muss ich allerdings nicht immer haben“, so ein freudestrahlendender SVS-Coach Ralf Rößler.

So nach dem Motto „Hurra, Hurra, das ganze Dorf ist da“ pilgerten 800 Fans in den Priener Sportpark und gaben bei besten Fußballbedingungen den Stichkampf eine besondere Note. Der SVR-Anhang war dabei stimmgewaltig und mit Sirenengeheul in der Übermacht. Beide hatten ihre ersten Spiele gewonnen und waren nun zum Erreichen des Zieles nur einen Sieg entfernt. Es waren keine fünf Minuten gespielt, das hatte der Seeoner-Anhang das erste Mal Grund zum Jubeln. Sebastian Axhammer wurde im rechten Teil der Riederinger Hälfte angespielt und schlug – ob gewollt oder nicht gewollt sei dahingestellt – eine langgezogene Flanke vor das Tor. Plötzlich wurde der Ball im länger und senkte sich hinter Schlussmann Markus Leberfinger in den langen Winkel zur 1:0-Führung für den SV Seeon/Seebruck. Diese brachte aber keine Ruhe in das Team von Ralf Rößler denn der Kreisklassen-1-Vizemeister schlug postwendend zurück. Einen langen Ball in die Spitze verlängerte Stefan Anner mit dem Kopf und zwang Manuel Hömmerich zu einer Parade, die Kugel wurde im Anschluss nicht weit genug geklärt und dies wurde prompt bestraft. Der Ex-60-Rosenheim-Spieler Simon Perr nahm aus 25 Metern Maß und das Spielgerät schlug unhaltbar für den SVS-Goalie im rechten Winkel ein – 1:1 (8.). Sollte das zweite Match der Chiemseer auch wieder Torfestival wie gegen den SC Inzell (5:4) werden? In der Folgezeit spielte der SV Riedering des aggressiveren Part, gaben mit ihrem kampfbetonten Spiel keinen Ball verloren. Das Seeoner Spiel in die Spitze war vom letzten ungenauen Pass geprägt, demnach entwickelte der Kreisligist für den Rest der ersten Halbzeit auch keine Gefährlichkeit. Die nächste Möglichkeit gab es wieder auf SVR-Seite: Perr steckte für Marzin Haas durch, dessen Drehschuss-Kullerball rollte nur um Millimeter am linken Pfosten vorbei, Hömmerich wäre ohne Abwehrchance gewesen (13.). Nach 28 Minuten blockte Alexander Hohenleitner den heranbrausenden Stefan Anner und rettete in höchster Not. Kurz darauf verlor die Truppe von Johannes Winkler ihren Spielgestalter, Michael Hanisch musste verletzt ausgetauscht werden. Er wurde durch Thomas Stuhlreiter ersetzt, der zog auch gleich am rechten Flügel los, brachte ein krummes Ding vor das Tor, aus dem Hinterhalt rauschte Andreas Hiltner heran, der Hömmerich mit einem Kopfball zu einer Glanztat zwang (38.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff brannte es noch einmal im SVS-Strafraum: Ecke Anner – Kopfball Maxi Harter – am kurzen Pfosten vorbei, es sah nach einstudiert aus.

In der Pausenansprache dürfte Ralf Rößler die passenden Worte gefunden haben, denn Seeon/Seebruck kam wie verwandelt aus der Kabine. Simon Heitauers Geschoß strich aus 30 Metern knapp rechts vorbei (50.), kurz darauf prüfte Christian Zehetmaier Leberfinger mit einer Direktabnahme. Der gefährliche Aufsetzer war sichere Beute des Keepers. Nun spielte der Kreisligist schneller und zielstrebiger nach vorne, dennoch kam Riedering zu Möglichkeiten. Perr verfehlte mit einem Volleyschuss das Ziel (61.), im Anschluss vergab Stuhlreiter die sichere Führung leichtfertig: Anner spielte sich an der Grundlinie durch, passte nach innen, plötzlich stand Stuhlreiter völlig alleine und drosch die Kugel aus fünf Metern in die Wolken, was für eine Möglichkeit (64.). Gefahr brachte danach ein langer Freistoß von Hiltner, Hömmerich packte aber sicher zu (70.) Mit dem eingewechselten Ralf Kopecky kam mehr Schwung ins Angriffsspiel der Seeoner und das Geschehen verlagerte sich wieder in die SVR-Hälfte. Er wurde auch gleich in Szene gesetzt, aber abgeblockt. Die folgende Ecke versenkte um ein Haar Anner im eigenen Tor (80.). Auf der Gegenseite hätte Christoph Kahl Hömmerich um ein Haar überrascht, die Flanke von der Grundline entpuppte sich als Torschuss, senkte sich hinter ihm herunter, ging aber vorbei (85.). Die nächste Chance hatte wiederum Kopecky, dessen abgefälschter Ball landete in Leberfingers Armen. Es brach die 89. Minute an und die brachte die Erlösung für den SV Seeon/Seebruck: Nach einem abgewehrten Ball nahm an der Strafraumgrenze Daniel Axthammer die Kugel mit einem sensationellen Fallrückzieher aus der Luft, die Bogenlampe schlug über den verduzten Leberfinger hinweg im rechten Eck zum alles entscheidenden 2:1 für den SV Seeon/Seebruck ein. Es gab noch vier Minuten obendrauf, in der Hannes Georg noch eine Konterchance hatte, dann war die Partie vorbei.

Mit sieben Niederlagen am Stück ging der SVS in die Relegation und wendete mit zwei Siegen das Blatt und ist auch in der kommenden Saison Kreisligist, Riedering muss nun auf den TSV Wasserburg hoffen um noch eine Chance zu erhalten.